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Im Blitzlicht 1

Der Jenbacher Klaus Schwaiger - “Ich war noch nie in Schottland”.Ein Bericht aus “Kulinarium austria....das Genussportal”. www.kulinarium-austria.at

Seit Oktober 2012 gibt es in Jenbach ein Whiskymuseum. Was so lapidar klingt, ist in Wirklichkeit die größte Whiskysammlung in Österreich. Klaus Schwaiger hat in den vergangenen drei Jahrzehnten an die 1600 Flaschen zusammengetragen. Jahrgangssammlungen ebenso wie Sondereditionen und Skurrilitäten. 1200 sind in der Jenbacher Achenseestraße zu bewundern.

Im schottischen Kilt kommt Klaus Schwaiger zum Museum und öffnet die Tür. Unmittelbar macht sich ein wohlig-heimeliges Gefühl breit, die Atmosphäre zieht einen in ihren Bann. Selbst wenn man sich nicht speziell für Whisky interessiert spürt man, dass man hier etwas Besonderes zu sehen bekommt.

Das Geschäftslokal hat Klaus Schwaiger mit Freunden und Helfern selbst umgebaut und eingerichtet. Mehrere Monate hat das gedauert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und versprüht die urige Gemütlichkeit eines Irish-Pubs. Nur mit viel mehr Flaschen darin.

Begonnen hat alles vor etwa 30 Jahren in der Diana Bar in Hall. „Die Whiskysammlung dort hat mir gefallen und ich habe begonnen, mich intensiver mit dem Getränk auseinanderzusetzen“, erzählt Schwaiger. Bald war der Grundstock für die eigene Sammlung gelegt. Zehn Mal hat er beim Jagerwirt in Volders zusammen mit Joe Riedmüller die Tiroler Whiskyausstellung organisiert.

Was die Faszination rund um den Whisky ausmacht? „Es ist nicht der Alkohol, ich trinke nur ganz wenig. Mich interessiert die Kultur hinter diesem Getränk.“ Klaus Schwaiger holt eine gerahmte Schottlandkarte hervor und zeigt, wo die bekanntesten Brennereien liegen. Überraschendes Geständnis: „Ich war noch nie in Schottland.“

RARITÄT AUS DEM JAHR 1920

Der älteste Jahrgang aus Klaus Schwaigers Sammlung stammt aus dem Jahr 1920. „Jede Flasche hat ihre eigene Geschichte“, erzählt er und nimmt einige besondere Exemplare aus den Regalen. Manche davon haben einen Wert von tausenden Euro. Mit unendlicher Geduld und einem nicht enden wollenden Fundus an Fachwissen beantwortet der Sammler alle Fragen. Namen wie Glenfiddich, Black Bowmore, Ardbeg, Bell‘s oder Macallan fallen dabei.

Es gibt eigentlich nichts, was es nichts gibt. Vom Whisky in der Golfball-Flasche über Karamell-Zuckerl mit Whiskygeschmack. Whisky boomt und ist sprichwörtlich in aller Munde. Die Sammlerei hat sich verändert. Reiste Schwaiger früher nach Berlin oder Hamburg, um seine Sammlung aufzustocken, läuft heute viel übers Internet. „Dabei braucht man vor allem Geld“, wird er kurz beinahe etwas melancholisch.

Ganz so ist es aber zum Glück doch nicht. Klaus Schwaiger hat sich als Sammler längst über die Grenzen hinweg einen Namen gemacht. Er ist bekannt wie ein bunter Hund und natürlich kennt auch er die „Wichtigen“ in der Branche. Das verschafft ihm immer wieder Zugang zu ganz besonderen Whiskys. „Viele Flaschen bekommt man überhaupt nicht, wenn man keine Beziehungen hat“, so Schwaiger. Andere sind binnen weniger Stunden ausverkauft. Besondere Jahrgänge oder Flaschen, die zu einem speziellen Anlass abgefüllt werden, kommen also für einen Normalsterblichen gar nicht auf den Markt. „Mir passiert es inzwischen, dass Freunde Flaschen für mich zurückhalten, auch wenn ich gar nicht danach gefragt habe“, erzählt der passionierte Sammler. Der Wert seiner Sammlung habe sich über die Jahre verzwanzigfacht.

Im Jenbacher Whiskymuseum gibt es vor allem schottische Whiskys, aber auch welche aus Irland und Amerika. Verkostungen beginnen üblicherweise mit irischen Whiskeys, die sind nämlich milder im Geschmack und so zum Beginnen und natürlich auch für Anfänger in Sachen Whisky besser geeignet. „Wer als Laie zuerst einen schottischen Islay-Whisky probiert, rührt danach wahrscheinlich nie wieder ein Glas an“, muss der Whiskykenner schmunzeln. Die schottischen Inselwhiskys sind nämlich besonders rauchig im Geschmack und somit nicht jedermanns Sache.

Zahlreiche Flaschen stehen zum Verkosten bereit. Viele der wertvollen Stücke werden jedoch niemals geöffnet werden. Gelegentlich macht Klaus Schwaiger aber doch eine besondere Flasche auf, wobei Kennern dann der Mund offen stehen bleibt und sie mitunter den Akt mit dem Smartphone filmisch festhalten.

Geöffnet ist jeden Freitag ab 19.30 Uhr bzw. nach Vereinbarung. Laien sind ebenso willkommen wie Kenner. Bei irischer oder schottischer Musik wird dann gemütlich zusammengesessen und es gibt genug Zeit zum Fachsimpeln und Staunen.

Kontakt: Klaus Schwaiger 0676/5706162, jenbacher.whisykmuseum@gmail.com




Das Whiskymusdeum wurde von Klaus mit Freunden selbst ausgebaut.




Der passionierte Whiskysammler Klaus Schwaiger hat in Jenbach ein Museum mit ganz besonderen Schätzen eröffnet




Älteste Sammlung aus 1920.




Klaus mit Jenbachs Wirtschaftsbund-Obfrau GR Mag. Barbara Wildauer.






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